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8 Punkte für die Einführung des Focused Moment im Unterricht

Da es bereits einige Interessierte gab, die den Focused Moment gern in ihren Unterricht einführen würden, dachte ich, ich fasse in dem heutigen Blogpost meine Erfahrungen zusammen. Du erfährst, welche 8 Punkte ich als sehr hilfreich empfunden habe, wenn man Meditations- & Achtsamkeitsübungen in den Unterricht einführen will.

Vor fast 2 Jahren habe ich das Stundenritual in all meinen Klassen etabliert und bisher hatte ich nie große Widerstände von Schüler und Schülerinnen erlebt. Sowohl an einem Gymnasium, als auch an einer Gesamtschule, an der ich jetzt unterrichte, funktioniert es gut. Ich glaube, dass es ein paar essentielle Aspekte gibt, die man bei der Einführung solcher Methoden berücksichtigen sollte, damit es auch gut läuft. Diese habe ich gesammelt und nachfolgend für euch zusammengefasst.

  1. BENEFIT FÜR DIE SCHÜLER & SCHÜLERINNEN
    Viele Schüler & Schülerinnen haben noch nie Kontakt mit Meditation oder Achtsamkeit gehabt. Für sie ist es etwas Neues – besonders im Kontext Schule. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es bei der Einführung solcher Übungen sehr wichtig ist, die Schüler & Schülerinnen vorher über die Wirkung aufzuklären. Sie sollten verstehen, was es für Nutzen für sie haben kann und wie es im Gehirn wirkt. Natürlich musst du hier keinen großen Hirnfoschungsvortrag halten. Es reicht, die Vorgänge mit wenigen Worten zu erklären. Du kannst das auch in Häppchen aufteilen und in jeder Stunde einen neuen Happen liefern. Lies gern auch meinen Blogpost zum Thema Bessere Leistung durch Achtsamkeit?. Hier erfährst du, wie Achtsamkeitsübungen im Hirn wirken.  
    Der kleine Input, den du lieferst, sollte die Schüler & Schülerinnen motivieren und es sollte sofort deutlich werden, welchen Mehrwert sie davon haben. Plane bei der Einführung ruhig etwas mehr Zeit ein, um vor der Übung ein paar Dinge (vielleicht auch mit visueller Unterstützung) genauer zu erklären. Je besser das Verständnis, was im Hirn passiert, desto größer ist auch die Wirkung.

  2. WALK YOUR TALK
    Ich glaube, je authentischer man das vertreten kann, was man tut, desto besser kommt es auch an. Daher ist es unumgänglich selbst einige Übungen zu erfahren und sich in dem Feld Yoga & Achtsamkeit zuvor etwas ausprobiert zu haben, bevor man es anleitet. Aus dieser Erfahrung heraus ist es einfacher, dies auch an die Schüler & Schülerinnen zu vermitteln. Bevor du also Übungen im Klassenraum ausprobierst, nehme dir selbst die Zeit dafür. Lass es wirken und schreib dir all deine Empfindungen auf. Das kann dir später helfen, wenn die Jugendlichen über eine Wirkung mit dir sprechen wollen.

  3. SCHRITTCHEN FÜR SCHRITTCHEN

    Wie bei so allem ist es völlig normal, wenn deine Übungen nicht gleich bei allen Schülern & Schülerinnen super gut ankommen. Das Thema Meditation, Achtsamkeit oder Yoga ist oft schon sehr stark mit Bildern und Meinungen behaftet. Es kann durchaus sein, dass einige deiner Schüler & Schülerinnen Vorurteile gegenüber solchen Themen haben. Begegne dem ganz liebevoll, bleibt aber für ein paar Wochen konsequent dabei. Manchmal können diese Blockaden durch längeres Üben aufgelöst werden oder die Wirkung ändert sich. Achtsamkeits- oder Meditationsübungen sind nicht immer leicht. Sie konfrontieren uns mit der inneren Stimme und man kann nicht einfach davonlaufen. Das kann für einige Menschen überfordernd wirken.
    Ich sage den Schülern & Schülerinnen zu Beginn, dass wir das für die nächsten Wochen als Ritual ausprobieren wollen und sie dadurch viel über sich selbst und für ihr späteres Leben lernen werden. Je besser sie sich darauf einlassen, desto größer ist auch die Wirkung.
    Wie du auch in dem Schüler-Feedback auf meinem Blog gesehen hast, fanden es viele von ihnen anfangs merkwürdig. Und wenn wir mal ehrlich sind, geht es uns doch allen so, wenn uns etwas völlig Fremdes begegnet. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so haben sich auch diese Schüler & Schülerinnen mit dem Focused Moment angefreundet. 🙂

  4. NEVER PUSH OR FORCE
    Es ist mir unglaublich wichtig, einen vertrauensvollen Rahmen zu schaffen, in dem ich die Jugendlichen einlade, diese Übung auszuprobieren. Es ist wichtig, dass sie nicht das Gefühl von Zwang oder Druck haben. Viel wichtiger ist es, die Neugierde in ihnen zu wecken, durch die sie selbstbestimmt und selbstverantwortlich Übungen ausprobieren.
    Ebenso ist das Augenschließen immer nur ein Tipp. Durch die geschlossenen Augen kann man sich besser auf das, was im Inneren passiert, konzentrieren und wird weniger abgelenkt. Für wen das jedoch unangenehm ist, kann selbstverständlich auch die Augen offen lassen.

  5. KLARHEIT
    Um den Geist auf Spur zu bringen, ist es besonders wichtig die Übungen am Anfang kurz und klar zu formulieren. Ich würde auch bedeutungsschwangere Wörter, mit denen die Jugendlichen nichts anfangen können, weglassen. Versetze dich in deine Schüler & Schülerinnen und versuche Worte und Anknüpfungspunkte aus ihrer Lebenswelt zu finden.

  6. VERTRAUEN
    Damit eine Atmosphäre geschaffen werden kann, in der sich alle Schüler & Schülerinnen ausprobieren und konzentrieren können, ist es wichtig, dass ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen L-S, als auch S-S besteht. Wenn das noch nicht gegeben ist, würde ich diese Basis zuerst schaffen und erst später die Meditationsübungen einführen.
    Schließt man die Augen, wird man sehr verletzlich. Es zeugt auch von einem wirklichen Vertrauen, wenn die Schüler & Schülerinnen etwas Unbekanntes (und für einige vielleicht auch ziemlich Schräges) ausprobieren.  Ich würde diese Übungen beispielsweise auch nicht einfach in einer Vertretungsstunde mit einer Klasse machen, die ich nicht kenne.

    Außerdem finde ich es wichtig, dass es so gut es geht ruhig im Raum ist und sich die Schüler & Schülerinnen nicht gegenseitig ablenken oder stören. Das betone ich auch immer wieder. Es gibt Schüler & Schülerinnen, die davon wirklich profitieren und es sehr genießen.  Bei starken Einzelstörungen könnte man auch mit den jeweiligen Personen alleine sprechen, um zu sehen, wie man auch sie noch unterstützen kann, in die Ruhe zu kommen.
    Auch hier ist es wichtig geduldig, liebevoll und konsequent zu agieren.

  7. SHARING IS CARING
    Die ersten Male finde ich es wichtig, mit den Schülern & Schülerinnen nach der Übung in einen Austausch  zu gehen, sodass sie ihre Erfahrungen mit der Lerngruppe teilen können. Ich frage sie, wie sie sich fühlen, was sich verändert hat und wie die Übung für sie war. Das ist insofern wichtig, dass sie nicht nur ihre Empfindungen äußern, sondern diese auch besser einordnen können. Beispielsweise sagen einige Jugendliche, dass es ihnen sehr schwer fällt, sich auf den Atem zu konzentrieren, weil da immer Gedanken kommen. An dieser Stelle erkläre ich ihnen dann, dass das völlig menschlich ist und wir mit der Übung unseren monkey mind trainieren können, ruhiger zu werden. Dies hilft ihnen und auch anderen Schülern & Schülerinnen ihre Erfahrung besser einzuordnen.

  8. WÄHLE WEISE
    Wie du es auch in deiner Lehramtsausbildung gelernt hast, sollte jede Methode, jede Sozialform oder jeder Inhalt auf die Lerngruppe zugeschnitten sein. Ebenso ist es auch bei diesen Übungen. Schau welche Lerngruppe du vor dir hast und wähle dafür eine passende Übung. Diese kann manchmal auch nach Tageszeit variieren. Morgens mache ich beispielsweise eine aktivierende Atemübung, die Klarheit und Wachheit bringt. Nachmittags kann es auch einfach mal eine Fantasiereise oder ein Bodyscan sein.

Das sind für mich die wichtigsten Punkte,  wenn du eine Meditations- & Achtsamkeitsübung in deinem Unterricht ausprobieren möchtest. Ja, es erfordert Mut, solche Übungen in die Schulen zu bringen. Und ja, es wird auch komische Gesichter geben. Der Mehrwert für die Schüler & Schülerinnen ist jedoch so unglaublich groß – sie werden es euch danken! Unsere Welt, mit all ihren komplexen Fragen und Herausforderungen, braucht Menschen, die in ihrer eigenen Kraft sind, ihre eigenen Werte leben und aus der inneren Ruhe heraus agieren. Menschen, die in ihrer Mitte sind und so ihren Spirit in die Welt tragen können. 

Schreib mir gern in den Kommentaren, wenn es dir geholfen hat. Ich bin sehr neugierig über deine Erfahrungen.

Alles Liebe, 
Frances

1 Kommentar zu „8 Punkte für die Einführung des Focused Moment im Unterricht“

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